Freitag, 22. Februar 2013

Artikel zum Verein in der Märkischen Allgemeinen Zeitung

Einer für alle

Im Waldheimer Bürgerverein geht es sportlich zu, seit ihn ein Marathonläufer führt

FALKENSEE - Eigentlich war Detlef Mohri völlig ausgelastet: Da war der Job in der Fertigungsleitung der Otek Oberflächentechnik Brieselang. Da waren
der Laufsport inklusive Marathon und das Surfen. Und da war seine Frau, die ihn gerne etwas häufiger sähe. Auch Haus und Hof und Hunde beanspruchten Zeit.Aber als vor zwei Jahren die Frage stand, ob man den Waldheimer Bürgerverein mangels Führung auflösen und den Kassenbestand der Stadt übereignen sollte, tat es ihm doch aus tiefster Seele leid. Mohri übernahm den Vorsitz. Dabei war er zu jenem Zeitpunkt erst zwei Jahre Waldheimer. Aber immerhin geborener Falkenseer, von denen es nur wenige gibt. Denn in seinem Geburtsjahr 1955 existierte in Falkensee noch ein Krankenhaus.Rund 1100 Einwohner zählt heute die Kolonie Waldheim, wo um 1900 die ersten Häuser auf sumpfigen Grund gesetzt wurden. Waldheim ist immer etwas Besonderes geblieben – abgeschieden, naturnah, bevölkert von einer kleinen verschworenen Gemeinschaft. Doch durch den Zuzug nach dem Mauerfall wurde sie neu durchmischt. Der im Jahr 2000 gegründete II. Waldheimer Bürgerverein unter dem langjährigen engagierten Vorsitz von Jürgen Franke verstand sich als Hüter der Natur und Förderer des Zusammenwachsens der Waldheimer aller Länder.Bei den mit großen Aufwand und viel Herzblut gemeinschaftlich vorbereiteten Waldheimfesten und dem Bau des Spielplatzes kam man einander näher. Auch bei den Umwelttagen, die von Ute Schmidt, beschäftigt im städtischen Grünflächenamt und von Anbeginn im Verein dabei, nach Kräften begleitet wurden. Karina Dix hatte die Idee vom Garagentrödel, bei dem jeder zum Kauf bietet, was er entbehren kann. Die Leute kommen beim Stöbern ins Gespräch.Doch dann zog sich Vereinschef Franke zurück. „Man muss der Jugend Platz machen, die kann alles besser“, sagt er mit feinem spöttischen Unterton. Außerdem stieg er als Stadtverordneter für die Fraktion Grüne/Alternatives Bündnis in die Kommunalpolitik ein. „Ein Verein aber muss politisch unabhängig sein“, so sein Credo.Der Vorsitz im Verein wechselte in der Folge häufig, zuletzt gab Heike Nickel den Staffelstab ab, weil sie fortzog. Auflösen oder nicht? Detlef Mohri und der neue Vorstand, der sich um ihn scharte, verhinderten den Exitus. Was lag näher, als dass Mohri das in den Verein einbrachte, was er besonders gut verstand? Das Sommerfest wurde um einen Lauftreff erweitert. Doch als im Vorjahr das Fest ganz untern Tisch fiel und nur noch der Lauftreff übrigblieb, murrte man in der Siedlung. Wurde ihr Waldheimfest jetzt auf eine Laufveranstaltung des TSV Falkensee reduziert?Detlef Mohri sieht da keine Gefahr. Wenn sich am 20. März alle zur Jahresversammlung treffen, werden sie ihr Programm für 2013 diskutieren, mit Umwelttag, Garagentrödel, Nachtwanderung samt Hexentreiben am 29. Juni, Sommerfest am 17. August und Martinsfest am 8. November. Und vielleicht findet sich ja auch ein Weg, die Seniorenweihnacht zu reanimieren, die von den Älteren bitterlich vermisst wird. Zwar ist die Schließung der Gaststätte „Waldheim“ – heute Altenpflegestation – daran nicht ganz unschuldig, doch der „Kronprinz“ liegt nah . . . Der Verein soll etwas für alle Waldheimer und nicht nur die sportlichen bieten, heißt es im Verein, der sich nach vielen Austritten nun mit fast 40 Mitgliedern wieder im Aufwind sieht. (Von Hiltrud Müller)

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12473902/61759/Im-Waldheimer-Buergerverein-geht-es-sportlich-zu-seit.html

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